Auch dieses Jahr wird das Festival ein–best of(f) Format in Bezug auf die Gastspiele sein, wobei wir  diesmal die Grenzen der Österreichauswahl geöffnet haben und  auch wieder international Gruppen zeigen möchten die sich inhaltlich dem Thema –best out of(f) gestellt haben.

Hierfür  wurden folgende Gruppen eingeladen, die wie die letzten Male als Publikumspreis den Spectrum Award  erhalten werden:

 

  • Cielaroque Helene Weinzierl: Das habibi Problem//Tanz

„Geht ans Fenster, legt beide Hände auf das Fensterbrett und späht angestrengt durch die Scheibe nach draußen. Doch vor dem Fenster ist keine Landschaft, nur ein farbloser Raum, ein rein abstraktes Konzept. Zeit verstreicht. Versucht zu gehen, aber kommt nicht vorwärts. Die Muskeln erinnern sich nicht mehr daran, wie man richtig geht. Wieder vergeht einige Zeit. Denkt, niemand weiß, dass ich hier bin. Soviel ist klar. Niemand weiß, dass ich hier bin. Wir wissen es. Aber wir haben nicht die Macht einzugreifen.”( nach Haruki Murakami, Afterdark.) Der Arena-Jurypreis des Festivals „ARENA…. der jungen Künste” 2009 in Erlangen ging an die Salzburger Choreografin Helene Weinzierl und ihre Kompanie cieLaroque.
Die fünfköpfige Fachjury bezeichnete cieLaroques Performance «habibi problem» als «die gelungenste, rundeste und bewegendste Produktion des Festivals».
Konzept, Regie, Choreografie: Helene Weinzierl in Zusammenarbeit mit den Tänzern: Erich Rudolf, Juraj Korec
http://www.cieLaroque.at
Foto © cieLaroque

Termin: 18.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • salonTheater: Manhatten Blues//Schauspiel von Christoph Braendle

Central Park, New York. Eine Immigrantin zwischen verklärtem Lebensmut und abgeklärter Melancholie auf der Suche nach Heimat und in ihrer Auseinandersetzung mit Abschied und Neuanfang. In der Begegnung mit einem ihr unbekannten Parkbesucher und einem Musiker werden Fragen zu Fremdsein,
Integration und Dasein philosophisch und humorvoll thematisiert: drei Menschen, drei Existenzen im Heute, Gestern und Morgen, drei Welten. Der Unbekannte
schweigt. Sie redet. Der anfangs unscheinbare Musikant wird zur Schlüsselfigur in der Frage des Lebens, zu einem Lehrer – ohne dabei die Fragen zu beantworten.
Ein Kammerspiel unter freiem Himmel über flüchtige Begegnungen, die Einsamkeit des Menschen, die Liebe zum Leben und die Gewissheit, dass wir am Ende doch loslassen müssen.
Regie: Sandra Schüddekopf / Es spielen: Stephanie Schmiderer, Hubert Wolf, Serafin de Ocampo
http://www.salontheater.at
Foto © Sandra Schüddekopf

Termin: 19.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • InterACTForumtheater:Human Right to work//Forumtheater

Wer als MigrantIn Arbeit sucht, kann etwas erleben: Bürokratische Hürden und Missverständnisse, Vorurteile, aber auch Unterstützung, (Nicht)Anerkennung
von Ausbildungen, Sprachprobleme. InterACT, die Werkstatt für Theater und Soziokultur, hat unter aktiver Teilnahme von Menschen mit Migrationshintergrund
und ExpertInnen das soziokulturelle Theaterprojekt „The Human Right to Work“ – Arbeit als Menschenrecht entwickelt. Thematisiert werden Barrieren bei der
Arbeitssuche, mit welchen MigrantInnen aus unterschiedlichsten Ländern in Österreich konfrontiert sind. Bei den interaktiven Aufführungen im Sinne des Forumtheaters von Augusto Boal kann sich das Publikum am Geschehen auf der Bühne aktiv beteiligen. Es werden Lösungsideen für die gezeigten Problemsituationen erprobt und reflektiert, Perspektiven eröffnet und ein Austausch von Erfahrungen und Ideen initiiert.
Wir bringen das Thema auf die Bühne und zu Ihnen. Und wir stellen die wichtigste Frage: Was können Einheimische und MigrantInnen, Behörden und PolitikerInnen
tun, damit Hürden bei der Arbeits(suche) überwunden werden können? DABEISEIN, MITSPIELEN, MITREDEN!
Spielleitung und Regie: Romana Sustar und Martin Vieregg / Es spielen: Munkhzul Ankhlan, Mesfin Aylele, Mihaela Barbu, Franz Hofer,
Ximena Nazabal, Mario Rosic und Veada Stoff
http://www.interact-online.org

Termin: 21.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr


  • Alfredo Zanola: Suschi//Tanz

Suschi“ is a performance structured in six games played between comedy and tragedy.
„It´s a work about manipulation. I want to tell you how to dance, you want to tell me. I move you, you move me. I have an Italian music I want you to
listen, you have a Korean music you want me to listen. Exposing our needs, our wants, we express each other and we meet a part of us more human.
We look for something fragile, where we cannot be sure.”

Termin: 22.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • MATTATOIOSCENICO:C.I.E./C.A.R.A 70% of water//Tanz

Security creates fear. Fear creates an identity crisis. Identity crisis creates indifference. Indifference creates a wall. Behind the wall, migrants, immigrants, victims, delinquents, humans. the other size of the wall, citizens, populations, victims, delinquents, humans. We have to loose our identity to begin to trust others. Be something else beside ourselves. First we need to clean us from a culture established on the written laws. that since childhood has always suffered the reproaches of his teachers and generated a sense of revenge against life. I speak about politicians, priests, armed men in service on the Polish state, those who use the power as a weapon of defense against those who at a glance reveal their weaknesses. To stand in front of another human being we do not be afraid of his reaction, of his fear, of his anger, of his grief and say what we think, even if our words can cause even more pain. Only then you can begin to break down the hard layer of indifference that divides us by those who grew up far from our Western, white, clean culture. Breaking down the wall.
performers: Rodolfo De Gasperi, Manuela Deugeni, Alessandro Romano

http://www.mattatoioscenico.com

Termin: 22.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr


  • GripsTheater: S.O.S.//Jugentheater

Als Nachfolgeprojekt des GRIPS-Stücks Hier Geblieben! behandelt SOS for Human Rights (für Menschen ab 12 Jahren) aktuelle Themen: Rassismus in der Gesellschaft, Menschen auf der Flucht und Umsetzung der Kinder- und Menschenrechte und ist Teil der gleichnamigen Kampagne von: Jugendliche ohne Grenzen, GRIPS Theater Berlin, PRO ASYL, Borderline Europe, Flüchtlingsrat Berlin, Flüchtlingsrat Brandenburg, GEW und Berliner Beratungsstelle für junge Flüchtlinge BBZ – WeGe ins Leben e.V.
Handlung: Jamila, Naisha und Kerim sind drei Jugendliche auf der Reise: Jamila wurde aus Deutschland nach Ghana abgeschoben, die Ghanaerin Naisha möchte studieren und Arbeit finden, Kerim ist auf der Flucht vor dem Krieg in Afghanistan. Ihre Fluchtgründe sind so unterschiedlich wie sie selbst, ihr Ziel aber dasselbe: Europa. Doch das macht die Grenzen dicht. Ein Jugendstück für Menschen ab 12 Jahren über Menschenrechte, Rassismus in der Gesellschaft und der Suche nach einem selbstbestimmten Leben.Die Uraufführung fand am 24.11.2010 im GRIPS Theater in Berlin statt.
Es spielen: Dalila Abdallah, Adil El Bouamraoui und Veronica Naujoks
http://www.grips-theater.de
Foto © Jürgen Scheer

Termin: 23.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • Alenka Hein: Jack ali 几个杯咖 (ein Schälchen Kaffee)//ZweisprachenProjekt Slo/A

In diesem vorwiegend in slowenisch gesprochenen, performativen Theaterstück beleuchten die jungen SchauspielerInnen die Rücksichtslosigkeit von
internationalen Kooperationen und der Wirtschaftspolitik. Internationale Handels- und Finanzinstitutionen haben meist größere Vollmachten als demokratisch
gewählte Regierungen. Die Entscheidungen der Koorperationen entsprechen nicht den Wählern und die Gesetzgebung wird dementsprechend angepasst.
Standards und Regeln gelten nicht mehr und mit dem Wettbewerb sterben noch die letzten »alten« Produktionsfirmen, mit ihrer sozialen Ordnung. Denn
Koorperationen funktionieren nur durch bedingungsloser Mitarbeit, Anpassung und Hörigkeit. Verkauft wird alles: Arbeiter, Nahrung, Informationen, Wasser,
Staaten, saubere Luft, Naturdenkmäler… Kommt auch die Sprache an die Reihe? …Oder haben wir sie schon verkauft?
In der Vorstellung Džek ali skodelice kave wird die Sprache zum Zahlungsmittel und zeigt in absurder Weise, wie schrecklich leicht es ist, vereinnahmt und
versklavt zu werden. Werden wir noch unseren Namen verkaufen?
Text und Regie: Alenka Hain / Es spielen: Dejan Borotschnik, Valentina Inzko-Fink, Miro Müller, Alena Wieser, Nadja Wieser
Foto © Marko Weiss

Termin: 25.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • Karin Schäfer Figurentheater: Zheng He – als die Drachenschiffe kamen / Visuelles Theater

Zwischen 1405 und 1433 leitete der chinesische Admiral Zheng He sieben gewaltige Expeditionen über den Pazifik und den Indischen Ozean weit in den Westen – fast 100 Jahre vor Christoph Columbus. Das Karin Schäfer Figuren Theater erzählt die Geschichte von Zheng He, dem großen chinesischen Entdecker, als Geschichte derjenigen Menschen, die ihm begegnet sind. In jedem der Länder, die er bereist hat, hat er eine Erzählung oder Anekdote hinterlassen, die von je einer Figur verkörpert wird – ein Gelehrter aus Arabien, ein afrikanischer Fischer, eine Händlerin aus Siam…

Sie alle begleiten uns mit fremden Worten aber vielfältigen visuellen Eindrücken durch diese fantastischen Abenteuer – in einer vollkommen neuartigen Form der Kombination von Figurentheater, Trickfilm und Musik.

Mit ihren visuellen Theaterproduktionen wurden Karin Schäfer und ihr Team bisher zu Gastspielen und Festivals in 30 Ländern auf vier Kontinenten eingeladen und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet.

Regie, Figuren, Dramaturgie, Darstellerin: Karin Schäfer
http://www.figurentheater.at

Termin: 27.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • dasKunst: Magistra Moser//Interkulturelles Theater

Magistra Moser lebt in ihrer Parallelgesellschaft im 7. Bezirk. Sie hasst Staub und Unordnung, die sie und ihren geliebten Esstisch physisch bedrohen. Aber sie
mag „Ausländer”. Da macht sie einen großen Fehler. Sie stellt die Putzfrau Branka an, worauf ihr Leben eine dramatische Wende nimmt. Branka ist ganz anders …
anders als Magistra Moser sie haben will. Magistra Moser will mit ihr auf den Balkan fahren, doch Branka will nur …
Wird der böse Captain Clean, der immer häufiger aus TV-Werbung und Putzmittelflasche in Magistra Mosers Wahnfantasien dringt, wieder für Ordnung in ihrem Leben sorgen? Ein Spiel der Identitäten und eine bitterböse Parabel auf die sogenannten Ausländer- und Genderdiskurse von Richard Schuberth. Inszeniert von Aslı Kişlal. Eine daskunst-Produktion.
Regie: Aslı Kışlal / Text: Richard Schuberth Es spielen: Susanne Rietz, Eri Bakali, Bernhard Mrak, Oktay Güneş, Richard Schuberth, Marko Palavra, Jelena Poprzan
http://www.daskunst.at
Foto © Derya Schuberth, Eva Schuster

Termin: 29.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr

 

  • Theater fragile: wir treffen uns im Paradies//Maskentheater

TheatreFragile schafft ein visuelles Gedicht über die Migration.
Eine große Holzkiste gleitet durch die Straßen. Sie streift durch die Menge, sucht nach einem Ort zum Landen.
Auf der Suche nach einer neuen Heimat schlüpfen sprachlose Gestallten aus dieser schwarzen Kiste. Sie erzählen von ihrer Reise, ihren Ängsten und ihrer
Ankunft.
Fünf weitere Kuben fahren hinein. Sie enthalten die Geschichten der Zugezogenen. Sie öffnen sich, bereit zu erzählen und eigene Beträge
aufzunehmen. Die Figuren laden alle Zuschauer ein, in der sich öffnenden Installation eine warme Suppe mit ihnen zu teilen. Dabei kommen die Zuschauer
möglicherweise mit bestimmten Vorurteilen und Ängsten in Berührung. Alle bekommen aber die Chance zusammenzukommen, über interviewte Migranten zu
erfahren und sich untereinander auszutauschen.
Idee, Spiel, Masken: Luzie Ackers, Marianne Cornil
http://www.theater-fragile.com
Foto © Clemens Nestroy La Strada 2008

Termin: 31.Mai, neuebuehnevillach 20 Uhr