Die BesucherInnen der Schauräume bewegen sich in kleinen Gruppen in Kompensations-räumen, Illussionsräumen und Leerräumen der Lederergasse und begegnen  Biographien und Installationen die um die Begriffe Migration und Mobilität kreisen. Ziel ist es, eine Sensibilisierung  in Bezug auf  diese aktuelle Thematik zu entwickeln. Gemeinsam aus Dialogen und Begegnungen mit diesen Menschen, welche aus der näheren Umgebung stammen, wird das Format entwickelt, bei dem Laien und Profis integriert werden.

Konzept: Katrin Ackerl Konstantin und Rosalia Krautzer

Realisierung: Rosalia Krautzer

Meetingpoint: Lederergasse 12

Beginn: 18/18.30/19/19.30/20Uhr

Individuelle Wege des Miteinanders // Guides erwarten Sie/Dich/Euch //

Zusammenleben in einer Stadt wie Villach – mit Herausforderungen und neuen Wahrnehmungsmöglichkeiten

 

20. – 30. Mai: sprich.Räume/Radio Agora // move.Räume/Jana Basaglia Kohoutova neu.Räume/Felicity Young Kyoung bild.Räume/Andrea Amenitsch-SPACE REWIND// da.Räume/Christina Berger

 

20.Mai: bild.Räume/haris bilajbegovic//on.Räume/ivana martinovic/das biber//nein.Räume/wolfgang weilharter/wohnviertelmediator//rent.Räume piva/marokanische Teezeremonie//learn.Räume/vobis

 

24.Mai: bild.Räume/ajda sticker//learn.Räume/vobis//da.Räume/amnesty-yulia ismailova // rent.Räume/CIC/thai/tai nachbarinnen

 

26.Mai: bild.Räume/burian-mittersteiner-könig(SPECIALSYMBIOSIS)//on.Räume/christiane hintermann/ludwig boltzmann institut// da.Räume/amnesty-yulia-ismailova(VADA)

 

28.Mai: bild.Räume/burian-mittersteiner-könig//play.Räume/GLOBO/Exenberger/Neuner// rent.Räume/serbisch/bosnischenachbarinnen//learn.Räume/vobis

 

30.Mai : bild.Räume/burian-mittersteiner-könig// da.Räume/amnesty-yulia-ismailova// on.Räume/cehic-gaal-kranner//rent.Räume/volxküche

 

Kooperationspartner

Infineon Technologies Austria beteiligt sich als Kooperationspartner an schau.RÄUME Spectrum und integriert in dieses Projekt sein Innovationskonzept. Die Räume werden von Infineon-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeitern im Zuge der kommenden Innovation Days aktiv genutzt. Durch die Teilnahme von Infineon Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern werden Perspektiven der Mobilität und Migration von internationalen Unternehmen sichtbar, aber auch der Blickwinkel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird durch den Austausch und das Erleben neuer Situationen erweitert. schau.RÄUME vermittelt Infineon Teams eine neue Sichtweise des Arbeitens und Kommunizierens.

Detailliertes Programm:

 

bild.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Andrea Amenitsch, Regisseurin des Films „ausquartiert“ (Ö, 2008), der die Abschiebung Tschetschenischer Familien aus Villach zum Thema hat, legt mit SPACE REWIND Tonspuren zur Wahrnehmung der Ereignisse.

Mag.a Andrea Amenitsch arbeitet als freie Filmschaffende in Salzburg. Durch ihr Studium und das Realisieren mehrerer filmischer Projekte, lenkte sie ihren Fokus vertieft auf das dokumentarfilmische Arbeiten. Seit 2009 ist sie Geschäftsführerin des Vereins offscreen, der eine wichtige Plattform für junge FilmemacherInnen in Salzburg darstellt.

bild.Räume: SPACE REWIND

Anfang des Jahres 2008 werden drei in Kärnten lebende, tschetschenische Flüchtlingsfamilien nach jahrelangem Aufenthalt, von einem Tag auf den anderen, deportiert. Für sie beginnt eine Odyssee quer durch Österreich. Eine rein politische Aktion wie sich später herausstellt. Der Besucher von SPACE REWIND betritt eine verlassene Wohnung, in dem eine dieser Familien gewohnt haben könnte. Zurückgelassen:  Leere! Und doch auch eine Geschichte, die erzählt werden will.


move.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Wie sehen die Protokolle der Bewegung von BewohnerInnen, MitarbeiterInnen und deren Kontakten bzw. Verbindungen aus. Bildhaft werden die verschiedenen Ebenen der Bezüge zu dieser Welt, mit den Menschen und deren Herkunft, Kontakten und Lebensstil aufgezeigt.

Installation “Bewegungsprotokoll”:

Wer sind sie, von wo sind sie gekommen und wohin gehen sie oder reisen sie? Über das Sein und die Bewegung auf diesem Planet. F.L. / A.R. Präsentiert mit “ Nadel und Faden” auf einer gebrauchten Matratze.

Instalace “PROTOKOL POHYBU”:

Kdo jsou, odkud prišli a kam zase odešli nebo.cestovali? Zkrátka o jejich bytí a pohybu.na této planete. F.L./A.R. “Spíchnuto jehlou a nití”na jedné použité matraci.

Jana Basaglia Kohoutová, geboren 1973 in Prag, Tschechische Republik. 1996 habe ich mich in den Weissensee verliebt. 1999 habe ich mich dort in meinen Mann verliebt.

Seit  2002 lebe ich mit meiner Familie in Kaernten . Ein schönes Land….

Jana Basaglia Kohoutová, narozena 1973 v Praze, Ceská republika. 1996 jsem se zamilovala do jezera Weissensee v Korutanech. 1999 jsem se tam zamilovala do mého muže. Od roku 2002 žiji se svou rodinou v Korutanech. Krásná to zeme….

 

bild.Räume // 20. Mai

_Haris Bilajbegovic, setzt mit seinem preisgekrönten Film Most (Ö/Bosnien, 2006), ein Denkmal für seinen Onkel, der im Bosnienkrieg verschwunden ist.

Mag. Dr. Haris Bilajbegović ist gelernter Maurer, zertifizierter Gewaltpräventions-trainer, Schauspieler, Stuntman und Filmregisseur. In „Most – The Bridge“ geht es um eine wahre Begebenheit aus dem Bosnienkrieg 1992. Der Film wurde mit zahlreiche nat. und int. Filmpreise ausgezeichnet. Dieses Jahr wird sein neues Filmprojekt „Svjedok – Der Zeuge“ an den nat. und int. Filmfestivals teilnehmen.

Außerhalb der Filmbranche beschäftigt sich Haris Bilajbegović mit dem Thema Gewaltprävention. Gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen gründet er die Securus GmbH – Akademie für Gewaltprävention. Die Lebensgeschichte von ihm zeigt, dass gerade sein Migrationshintergrund bei den heutigen Herausforderungen an Jugendliche und ihren Problemen hilfreich sein kann.

Film: Viele dieser Menschen die im Film mitgewirkt haben, haben dieses schreckliche Ereignis 1992 selbst miterlebt. Die Hauptrolle im Film spielt mein Großvater. Er wurde damals gezwungen seinen Sohn, meinen Onkel Elvir (17), auf der Brücke zurückzulassen. An diesem Tag verschwanden insgesamt 13 junge Männer. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur. Die Brücke hat ihr Geheimnis nie preisgegeben.

Das Ziel dieses Films ist es, diesen Menschen und auch anderen Kriegsopfer aus Bosnien und Herzegowina ein Denkmal in Form eines Films zu errichten. Sie sollten nie in Vergessenheit geraten…

Mr. Dr. Haris Bilajbegović je izučeni zidar, certificirani trener za prevenciju nasilja, glumac, kaskader i filmski reditelj. U filmu „Most-The Bridge“ se govori o jednom stvarnom dogadjaju iz bosanskog rata 1992. Film je nagradjen brojnim nacionalnim i  medjunarodnim priznanjima. Ove godine njegov novi filmski projekat „Svjedok-Der Zeuge“ pojaviće se na nacionalnim i internacionalnim filmskim festivalima.

Izvan filmske branše Bilajbegović se bavi temama prevencije nasilja. Zajedno sa dvojicom drugih kolega osnovao je „Securus GmbH Akademie“ za prevenciju nasilja. Njegova živoptna priča pokazuje da upravo njegov migracijjski bekgraund kod današnjih izazova i problema omladine može biti rješenje.

Film: Mnogi ovi ljudi koji učestvuju u filmu, sami su preživjeli strašna ratna iskustva 1992. Glavnu ulogu u filmu igra moj djed. Njega su prisilili  da svog sina, moga daidžu Elvira (17) ostavi na mostu. Toga dana nestalo je ukupno 13 mladih muškaraca. Do danas gubi im se svaki trag. Most nikada nije otkrio svoju tajnu. Cilj filma je da ovim ljudima, ali i drugim žrtvama rata u Bosni i Hercegovini podignemo jedan filmski spomenik. Oni ne treba nikada da nestanu iz naših sjećanja.


bild.Räume // 24. Mai

_Ajda Sticker zeigt ihre Dokumentation (Ö/Sp, 2010) „All-inclusive, ohne-Geld-zurück-Garantie / brez povračila“. Sie thematisiert die Ambivalenz zwischen Massentourismus und dem Phänomen der Migration.

Ajda Sticker, rojena 1986, je študirala socialno delo na Dunaju in je v okviru tega študija živela 3 mesece na španskemu otoku Gran Canaria. Tam je kot praktikantka delala z begunci, ki s čolni preplujejo prek afriškega morja. Svoje vtise in izkušnje je mlada študentka predelala v kratkem filmu »All-inclusive, brez povračila«, v katerem se loteva tematike evropskega masovnega turizma in fenomena migracije na Kanarske otoke. Ajda v svojem filmu na zelo oseben način skuša gledalke in gledalce soočiti z realnostjo ob mejah Evropske Unije in hkrati izraža svoje prepričanje, da ima vsak človek pravico do dostojnega življenja.

»All-inclusive« je prvi samostojni filmski projekt mlade študentke.

Ajda Sticker studierte in Wien Soziale Arbeit und absolvierte ihr Berufspraktikum auf der Insel Gran Canaria. Sie arbeitete mit Flüchtlingen die mit kleinen Booten vom afrikanischem Kontinent nach Europa gelangen. Ihre Erfahrungen und Eindrücke hielt sie im Kurzfilm „All-inclusive, ohne-Geld-zurück-Garantie“ fest. Sie thematisiert die Ambivalenz zwischen Massentourismus und dem Phänomen der Migration über die spanischen Inseln. Auf sehr individuelle Weise versucht Ajda ihre ZuseherInnen mit der Realität an den Grenzen der EU zu konfrontieren und plädiert gleichzeitig für das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.

 

bild.Räume // 26./28./30. Mai

_Biografien aus dem schau.Räume_Arbeitsprozess werden bei einer Zugfahrt von Villach nach Klagenfurt sichtbar gemacht.

Alfred Burian: Nebenberuflich freischaffender Schriftsteller und Regisseur. Zuletzt mit dem Stationentheater „4 Bilder“ nach Werken von Valentin Oman im Kunsthaus Sudhaus in Villach. Abgeschlossenes Studium der Biologie, mehrere Forschungsaufenthalte in Kenia und Südafrika.
Martin Mittersteiner: Politologe und freischaffender Schriftsteller. Empfänger des Mira Lobe Stipendiums für Jugendliteratur und Gewinner des Ö1 Literaturpreises „Wörter.See“. Zahlreiche Theater-, Hörspiel- und Romanprojekte.
Teresa König: Schauspielerin und Regisseurin. Abgeschlossenes Studium an der Schauspielakademie Elfriede Ott in Wien. Zahlreiche Auftritte in Symbiosis-Produktionen, zuletzt „schön ist das!“
(Villacher Literaturfestival „Lesezeichen“ 2010) und „Ideal & Wirklichkeit“ (Satireshow auf okto).

SCHLAUCHBOOT AUF GLEIS 5
Fünf Kärntner sitzen schweigend im Schlauchboot auf der Zugfahrt von Villach nach Klagenfurt. Ein sechster Fahrgast setzt sich ins Abteil und sucht das Gespräch mit den anderen. Aber die fünf Kärntner sind wortkarg und ihre Antworten gleiten ins Groteske ab. Dem charmanten Außenseiter gelingt es schließlich doch, ihre Sympathien zu gewinnen und es wird fast ein bisschen gemütlich, wäre da nicht das böse Mädchen vom Nebenabteil und der Bordservice, dem es sicher nicht darum geht, Sandwiches zu verkaufen. Es scheint, als drehte man sich stundenlang im Kreis – fahren wir überhaupt noch? Dann dringt Wörtherseewasser ein und niemand glaubt mehr, dass Klagenfurt noch sicher erreicht werden kann…
Legen Sie die rosa Brille ab und fahren Sie mit dem Kunstverschmelzungskollektiv www.special-symbiosis.at ins Blaue! Max. 2 Gepäckstücke pro Person.

 

sprich.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Das freie Radio Agora lädt zum Gespräch und macht die Straße für schau.Räume zu sende.RäumeN & hör.RäumeN.

_Zivilgesellschaftliche Gruppen, Kulturvereine, sowie Hausbesitzer die Veränderung in der Lederergasse wollen, kommen zu Wort.

AGORA Ein Divan bietet Platz für Kommunikation und er lädt zum Zuhören und Verweilen ein. Im Rahmen des Sendeschwerpunktes „Divan na poti – Divan unterwegs“ schickt das zwei- und mehrsprachige Freie Radio AGORA 105,5 immer wieder seinen Divan auf Reisen, um durchs Land zu ziehen und live von belebten Orten über ungewöhnliche Ereignisse zu berichten und um die Menschen vor Ort einzuladen, selbst an der jeweiligen Radiosendung mitzuwirken. Im Rahmen des Spectrums 2011 kommt der AGORA Divan von 20. – 30. Mai nach Villach/Beljak unter dem Motto: sprich mit uns, rede, erzähle, in der Sprache die dir gefällt, über die Lederergasse, über die Stadt, über dich. Dein Beitrag – unterstützt vom Moderationsteam von Radio AGORA 105,5 – ist Teil des gesellschaftlichen Spectrums der Stadt. Du ermöglichst den Hörerinnen und Hörern, vielseitige Blickwinkel auf das Spectrum 2011 zu werfen und du trägst damit zur Ver(voll)ständigung des Festivals bei. www.agora.at

 

da.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Die Modedesignerin Christina Berger öffnet ihre Wohnung für das Publikum, welches interaktiv in deren Alltagsgeschichte einbezogen wird. Die Geschichten der Menschen spiegeln sich in deren Arbeit wieder. Begegnungen mit veränderten Orten fördern oder fordern Menschen heraus.

Christina Berger studiert Mode an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Raf Simons und Veronique Branqinho, wo sie 2006 das Adlmüller Stipendium erhielt.

2007 präsentierte sie erstmals eine Kollektion in Paris im Showroom von Anna Flatz. 2009 Modepreis der Stadt Wien. 2011 Nomininiert für den „Internationalen Pressepreis“ von Unit-f Büro für Mode.

STATEMENT ZUM THEMA ARBEITS/WOHNRAUM in den letzten Jahren waren wohn-und arbeitsraum immer kombiniert- müsste ich mich zwischen einem wohnzimmer und einem arbeitszimmer entscheiden- würde ich das arbeitszimmer wählen. „Ich entwerfe Mode für zeitgenössische Heldinnen, die sexy, intelligent, sensibel und humorvoll geboren sind“. Wonder Woman ist das grundlegende Vorbild ihrer Entwürfe. Christina Berger verarbeitet darin verschiedene Klischees und Frauenbilder der Gesellschaft, sowie die oftmals oberflächliche Konstruktion von Weiblichkeit mit bewusst überhöhter, provokanter Ironie. Dabei greift sie auf Vorbilder wie Heidi, Geierwally, u.a. zurück, um durch starke Kontraste Spannungsfelder zwischen Tradition und Moderne, zwischen Tabus und gesellschaftlicher Norm zu erzeugen. Ihr bevorzugtes Material ist Strick.


nein.Räume // 20. Mai

_Die Mobilität der Menschen birgt Konfliktpotential in sich. Wohnungskonflikte erleben auch Bewohner der Lederergasse. Diese werden in den Dialog mit einem Wohnviertelmediator gebracht.

Mag. Wolfgang Weilharter Gemeinwesenarbeiter und Mediator in städtischen Wohnhausanlagen in Wien. Langjährige Erfahrung in der Gemeinwesenarbeit sowie in der  friedenspolitischen Erwachsenenbildung. Publikationen und Referententätigkeit auf ebendiesen Gebieten. Referent zu „Gewaltfreier Kommunikation“, Studium der Katholischen Theologie und der Erwachsenenbildung.

Als Nachbarschaftsmediator in städtischen Wohnhausanlagen vermittle ich – immer in Co-Mediation – Konflikte zwischen einzelnen Hausparteien.  Als Gemeinwesenarbeiter bin ich, als Teil eines größeren Teams, in Anlagen tätig, in denen Konflikte mit einer höheren Anzahl an Beteiligten stattfinden. Ziel ist es, das eigene Vermögen  bei der Gestaltung der Wohn-Umwelt zu fördern, die Kraft des Verstehens zur Entfaltung zu bringen, reale Konflikte von eingebildeten zu unterscheiden, und die Schwächeren zu stärken.


da.Räume // 24./26./30. Mai

_Die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen aus dem schau.Räume_Arbeits-prozess_Krautzer treffen auf Leserbriefe und Gedanken der Bevölkerung. Amnesty International hat eine Spurensuche bei Leserbriefen in heimischen Medien vorgenommen. Yulia Ismaylova liest diese Zeitungsfunde.

Amnesty International Gruppe Villach setzt sich für die weltweite Einhaltung der

Menschenrechte ein. Der Villacher Gruppe von ai ist die Thematik Migration und Integration ein ganz besonderes Anliegen.

„Menschen verlassen ihr Land, weil in ihrem Land keine Lebensperspektive existiert, etwa weil Dürre herrscht, keine Einkommensmöglichkeiten bestehen und Armut weit verbreitet ist. Doch der Weg nach Österreich und Europa ist gefährlich: Manche ertrinken im Meer, andere sterben in überfüllten Transportern, viele werden an der Grenze zurückgewiesen. Wer trotzdem als MigrantIn europäischen Boden erreicht, hat nichts zu lachen. Gewalttätige Übergriffe an den Grenzen, monatelange Abschiebungshaft, rechtswidrige Verfahren und teils unverholen zur Schau getragene Xenophobie machen das Leben in den Aufnahmeländern schwer und oft kaum erträglich.“

Yulia Izmaylova (geb. 1985 in Moskau). 2004-2007 Schauspiel-Ausbildung und Engagement am Konzeptuellen Theater Kirill Ganin in Moskau. Daneben Beschäftigung mit Poi-Jonglage und Fiery Arts; zahlreiche Straßen- und Festivalauftritte in Russland, Ukraine und Indien. Seit 2006 festes Ensemblemitglied von VADA und dem Theater der letzten Seite. Seit 2009 am Kremlhoftheater Villach als Darstellerin und Regisseurin beschäftigt. www.freietheater.at/home/vada/kreml.htm


da.Räume // 30. Mai

__Die Schülerin Jasna Cehic lebt seit zwei Jahren in Villach und hat Geschichten über das Leben in Bosnien und das Leben in der neuen Heimat geschrieben. Sie ist im Gespräch mit Bärbel Gaal-Kranner.

Jasna Cehic ist 20 Jahre alt und kommt aus Bosnien. Sie ist seit Februar 2009 in Villach und Schülerin im Abendgymnasium St. Martin. „Als ich in Bosnien war bin ich ins Gymnasium gegangen und mein Lieblingsfach war Bosnische Sprache. In meiner Freizeit lese ich gerne. Ich habe ein Buch geschrieben.“

1992 godina, miris krvi vrebao je mojim gradom. Bila sam tek rodjena. Lezala sam u kolijevci bez znanja zbivanja. Sad…cujem price. IJedna djevojka je izisla vani, drzeci nadu u rukama. Ta djevojka, tek rodjena da zivi. Kroz pucanj, dim i strah prosla je spremna i na najgore…

Bärbel Gaal-Kranner. Schon immer vom Klang der Sprache fasziniert, das Hören geschult am psychosozialen Feld, tritt nach vielen Jahren des Schreibens heuer erstmals mit eigenen Texten an die Öffentlichkeit, um neue Räume zu erschließen.

 

neu.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Auf einem Dachboden treffen sich Menschen die derzeit in Villach leben und gerne ihre Fähigkeiten hier einbringen möchten.

Felicity Young-Kyung Lee wurde 1979 geboren und wuchs in Daegu, Südkorea auf. Sie studierte in ihrer Heimat Chorleitung und Musikpädagogik und arbeitete auch mit verschiedenen Chören zusammen. Seit drei Jahren lebt sie in Österreich und kam vor fünf Monaten nach Villach, wo sie als Organistin in der Kirche St. Josef tätig ist und private Klavierstunden gibt.

Felicity Young-Kyung Lee was born in 1979 and grew up in Daegu, South Korea. She studied choral conducting and music education in Korea and worked with several choirs. She has been in Austria since three years and moved to Villach 5 months ago. She is an organist in St. Josef church and giving private piano lessons in Villach now.

 

da.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_der sogenannte Kultererraum ist Teil der RäuberN Szenografie und darin Teil des Spielortes Schloss. Deshalb stehen da viele scheinbar nutzlose Dinge herum – Trophäen aus dem Alltag einer FREMDEN Welt. on_Räume, play_Räume, learn_Räume und RäuberN ziehen hier durch.

Alexander Samyi.Mein Leben ist das eines Austro-Persers und Künstlers in Kärnten. Die Jugend verbrachte ich zum Teil auch im Ausland: England, Iran, Kalifornien. Als Szenograf habe ich rund 300 Kunstausstellungen und etwa 50 Bühnenbilder gestaltet. Derzeit bin ich in einem Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und -praxis (Museum Studies) an der Universität für angewandte Kunst in Wien.“ www.amur.mur.at

The Austrian Iranien artist Alexander Samyi lives and works in Carinthia. In the 70ies he started painting, later he became a scenographer. Since 2004 his projects are multidiscipline something between theatre and art show.

 

on.Räume / 20. Mai

_Online Redaktion DAS BIBER. Ivana Martinovic erzählt vom Aufbau der preisgekrönten interaktiven Community-Website. Die jetzt in Wien lebende Online-Chefica kennt die Lederergasse von früher Jugend an und bloggt für schau.Räume.

Ivana Martinović, geboren am 4. Juli 1982 in Bosnien, flüchtete bei Kriegsausbruch in ihrem Land mit der Familie nach Österreich. Die Reise führte sie nach Villach, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Abschluss der Handelsakademie Villach, ging sie nach Wien  Publizistik und Kommunikationswissenschaften studieren. Die Stadt Villach assoziiert sie mit ihrem Zuhause, weil sie dort die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte. Arbeit: Im Jahr 2006 begann das journalistische Abenteuer mit dem Stadtmagazin biber in Wien. Sie war eine der jungen Journalisten mit Migrationshintergrund, welche zusammen die erste Ausgabe des Stadtmagazins  herausbrachten. Anfangs war es ein Experiment mit der großen Frage, wie die österreichische Medienlandschaft auf ein deutschsprachiges Medium reagiert, welches von jungen  Migranten für Migranten geschrieben wird – und das gar nicht so unkritisch. Nach einer dreijährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Redakteurin, wurde sie Online-Chefica der biber-Homepage www.dasbiber.at und betreut seitdem die immer größer werdende Community und biber-Fangemeinde. Auf www.dasbiber.at können die biber-User zum Thema Migration, Integration, u.v.m. Blogs schreiben, und sich untereinander austauschen.

Životni put: Ivana Martinović, rodjena 4. Jula 1982-e godine u Bosni. Početkom rata u domovini, izbjegla je sa obitelji u Austriju. Izbjegli su u Villach, gdje je provela djetinstvo. Posle mature u ekokonomskoj školi „Handelsakademie Villach“ počela je sa studijama novinarstva u Beču. Grad Villach posmatra kao njen dom i drugu domovinu, pošto je u tom gradu provela najduži dio svog života.

Posao: 2006-e godine počela je njena novinarska avantura sa gradskim novinama biber u Beču. Ivana je bila jedna od mnogih mladih novinara sa stranim porijeklom, koji su doprinijeli da se prvi broj bibera može producirati. Na početku je to bio eksperiment sa velikim pitanjem, kako će austrijski mediji reagirati na novine, koje su napisane od mladih stranaca, koji na njemačkom jeziku pišu za strance u Austriji. I to često na kritični način. Posle tri godine počacnog iskustva kao redateljica, zaposlila se kao šefica web-stranice na www.dasbiber.at, kojoj se sve veći broj ljudi iz Austrije pridružuje. Na www.dasbiber.at članovi stranice imaju mogućnost pisati vlastite članke o temi integracije i.t.d., pa i komentirati druge sadržaje ostalih članova sa stranim i austrijskim porijeklom.


on.Räume //26. Mai

_Memories zur österreichischen Migrationsgeschichten in mehreren Stationen. Christiane Hintermann ist Migrationsforscherin am Ludwig Boltzmann Institut und widmet sich der Österreichischen Geschichte als einer Geschichte der Migration. (26. Mai)

Christiane Hintermann, geb. 1967 in Villach ist Migrationsforscherin und Geografin. Seit 2006 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit und dort Koordinatorin des Forschungs-bereiches Migration and Memory. Ihr derzeitiger Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich Migration und Erinnerung in europäischen Einwanderungsgesellschaften mit Schwerpunkt Österreich. Im Rahmen eines Elise Richter Stipendiums des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) arbeitet Christiane Hintermann seit Februar 2011 an ihrem Projekt Lieux de mémoire of migration in urban spaces – the example of Vienna. Sie ist u.a. Co-Herausgeberin des Sammelbandes: Migration and Memory. Representations of Migration in Europe since 1960, der 2010 beim Studienverlag erschienen ist.  c.hintermann@ehp.lbg.ac.at

Migration & Erinnerung – Erzählungen österreichischer Migrationsgeschichten in mehreren Stationen. Die österreichische Geschichte ist eine Geschichte der Migration. Trotz der langen Tradition und der Dauerpräsenz des Themas in aktuellen medialen und politischen Diskussionen sind Migrationsgeschichten in Österreich bislang kein Bestandteil dominanter historischer Erzählungen. Es sind randständige Geschichten, die keinen selbstverständlichen Platz in der österreichischen Erinnerungspolitik einnehmen. Diese fehlende Anerkennung bedeutet gleichzeitig den Ausschluss eines großen Teils der Bevölkerung aus einer geteilten Erfahrungs-, Erlebnis- und Erinnerungsgemeinschaft.

Diese Befunde werden im Rahmen der Präsentation zum Anlass genommen, Erzählungen und Darstellungen der jüngeren österreichischen Migrationsgeschichte aufzuspüren und zu hinterfragen. Thematisiert werden Schulbücher, Migrationsausstellungen und der öffentliche Raum. Methodisch erwartet die Besucher_innen ein Mix aus wissenschaftlicher Analyse, Filmsequenzen und lebensgeschichtlichen Zitaten.


play.Räume // 28. Mai

_GLOBO_Unser kleines Dorf. Eine Welt mit 100 Menschen. In dieser Weise zusammengeschrumpft, werden globale Probleme fassbarer. In Villach werden dazu  unerwartet verlaufende „Experten“-Interviews durchgeführt.

Andreas Exenbeger: Dozent der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Ökonom und Politologe am Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck mit den Forschungsschwerpunkten Globalisierungsgeschichte sowie Armuts- und Gewaltforschung. Im Buch verantwortlich für Textbearbeitung und Sekundärrecherche.

Stefan Neuner: Diplomierter Betriebswirt und angehender Wirtschafts- und Sozialhistoriker sowie freiberuflicher Gestalter und ehemaliger Mitarbeiter des Europäischen Parlaments. Im Buch verantwortlich für die Graphiken und Umschlaggestaltung.

Globo_Unser kleines Dorf ist Eine Welt, wie Sie sie möglicherweise noch nie gesehen haben: als Dorf mit 100 Menschen, das wir „Globo“ nennen. In dieser Weise zusammengeschrumpft, werden globale Probleme fassbarer, werden globale Ungerechtigkeiten greifbarer, wird aber auch klarer, welche Lösungen möglich sind und welche nicht zur Debatte stehen. In Villach unternehmen wir dabei anhand von Grafiken und einem vielleicht etwas unerwartet verlaufenden „Experten“-Interview eine Reise in dieses erst jüngst „entdeckte“ Dorf. (Nussbaumer, Exenberger, Neuner, Mayr 2009. Unser kleines Dorf. Eine Welt mit 100 Menschen. IMT Verlag, Kufstein.)

 

learn.Räume // 20./ 24./28. Mai

_Vobis gibt ein exemplarisches Beispiel für den gleichzeitig erfolgreichen und nicht mehr erlaubten Versuch interkultureller Dialoge.

VOBIS – Verein für offene Begegnung und Integration durch Sprache

Der 2008 von Studierenden der Uni Klagenfurt gegründete Verein möchte mit seinen ehrenamtlich getragenen Aktivitäten (bedürfnisorientierte Deutschkurse, öffentliche multikulturelle Veranstaltungen, Information, Dialog) die Lebenssituation von AsylwerberInnen in Kärnten verbessern.

Zur Situation: Nach 3-jährigem Engagement mit dem Schwerpunkt auf Deutschkursen in abseits gelegenen Flüchtlingspensionen – ein Konzept, das auch überregionale Anerkennung fand (SozialMarie, ESIS), wurde das in Kärnten herrschende Zutrittsverbot zu den Flüchtlingsquartieren auch auf VOBIS ausgeweitet. Trotz Verleihung des „Kärntner Menschenrechtspreises 2010“ konnte der Verein seine frühere Tätigkeit nicht fortsetzen und konzentriert sich nun auf Aktivitäten in Klagenfurt und Radenthein. www.verein-vobis.com


rent.Räume // 20./24./26./28./30. Mai

_Gespräche führen mit Menschen: Migrant/in, Beamt/in, Polizist/in, Techniker/in, Araber/in, Asiat/e/in etc. stehen als Guides für das schau.Räume Programm und dann für ein persönliches Gespräch für 10 bis 20 Minuten zur Verfügung.

_Zivilgesellschaftliche Gruppen und Kulturvereine laden zum Gespräch oder Engagement ein.

PIVA – Projektgruppe Integration von AusländerInnen

PIVA  unterstützt als  Teil des sozialen Netzwerkes in Kärnten und darüber hinaus Menschen, die nach Österreich zugewandert sind  bei der sozialen und kulturellen Integration.  Mit  bedarfsgerechten  Angeboten und Begegnungsmöglichkeiten werden Brücken zwischen neu „Zugezogenen“ und  „ Einheimischen“   gebaut.

Plattform Migration Villach

Zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss von verschiedenen Organisationen, aus dem Raum Villach und Umgebung, sowie mehrere engagierte Personen. Ziel ist es, ein positives Klima für ein verantwortungsbewusstes Miteinander zu schaffen.

CIC Carinthian International Club

Ein Netzwerk für internationale MitarbeiterInnen und deren Angehörige in Industrie und Wissenschaft in Kärnten. Menschen die hier her kommen, sollen sich WILLKOMMEN fühlen.

Nachbarinnen

Gemeinsam zeigen uns Nachbarinnen aus aller Welt wie das Zusammenleben sein kann.

Fragen-reden-verstehen-achten-lassen-wollen-schätzen-essen-tun-können-dürfen-Sein.

Dragana Jakovljevic, Asra Cehic, Frau Tomic, Poly Preiml, Joyce Ertler.

Guides

Die Führungen werden geleitet von: Anamaria Anca, Nasim Najafi, Gilles Guerrero, Dalila Gajic, Madina Chasarowa, Julia Konrad, Joyce Ertler, Poly Preiml, Corinne Bestory, Ahmad Didehban, Anka Erdenebataar, Cedric Ouvrard, Jasna Cehic, Maryam Asgari, Assistenz Rita Schrabeck.