18. Internationales Theaterfestival spectrum 2007

Sehr geehrtes Publi- kum, liebe Freund- innen und Freunde der nbv!

Das 18. Theaterfestival Spectrum steht unter einem ganz besonderen Motto: „Besser als wir“.

Ein Festival, welches sich mit dem Thema Qua- lität, Leistung und Bewertung einer theatralen Darbietung spielerisch auseinandersetzen will. Was bedeutet das? Warum ein Wettbewerb, und vor allem:

Was ist „Das Beste“, und wer kann dies über- haupt entscheiden? Zum einen die LeiterInnen einer Institution oder Kommission, da sie diejenigen sind, die sich durch Auswahl ihrer Kriterien bereits maßgeblich in die Entscheidungsfindung einbringen. Zum anderen das Publikum, welches mittels „Voting“

– ein Wort, das sich unaufhaltsam in unserer tele- genen Welt mit anderen Begriffen wie „Quoten“,

„Ranking“ in unsren Alltag gespielt hat. Wir haben in unserer Gruppenauswahl den Scheinwerfer auf das „Off“ gerichtet und auf Gruppen abseits eines Trends, einer bekannten Theaterform und einer gängigen Stückrezeption.:

„Off“, englisch: aus, bzw. außerhalb, nicht dem

Inneren zugehörig, nicht institutionali- siert, von Broadway bzw. Off-Broadway. Die Themen die uns dabei auffielen wa- ren, die, die von einer hohen gesellschaft-

lichen Aktualität und Gegenwärtigkeit waren. Wer befindet sich also im Abseits, oder sogar bewusst in Opposition zu Bestehendem? Rüttelt das „Off“ an bestehenden Türen und begehrt Einlass?

Es bringt Bewegung, reibt sich an bereits Hinge- nommenes, will beachtet werden. Und so zeigen wir an diesem Theaterfestival, was und wer in unserer heimischen Off-Theaterwelt rebelliert, kämpft, tanzt, singt, geigt, lacht und weint, Sand ins Getriebe und neue Perspektiven in die Theaterwelt bringt …

Wir freuen uns wenn Sie aus dem ausgewählten Angebot ihr „Bestes“ suchen und finden werden. In diesem Sinne – it`s spectrum time!

Katrin Ackerl Konstantin & Erik Jan Rippmann

 

Sie vergeben den ersten Spectrum-Theaterpreis! und unter dem Text: Die Preisver- leihung findet am Samstag 19. Mai nach der letzten Vorstellung gegen 22.00 Uhr im Rahmen des Abschlussfestes statt!

das Voting

Nach jeder Vorstellung liegen vorgedruckte Zettel auf, auf denen Sie bitte ihre „Bewertung“

des jeweiligen Abends eintragen sollen. All das ist selbstverständlich anonym. Wir bitten Sie Ihre Bewertung einzutragen: (zwischen 1 und 10)

1 = wenig Zuspruch 10 = am meisten Zuspruch

 

PROGRAMM

 

Ein Stück beste Kunst

 

Nipple Jesus von Nick Hornby

Theater Kosmos, Bregenz

Zum Stück:

NippleJesus ist eine Geschichte über Kunst und Kommunikation, über Auf- und Absicht. Es handelt sich um einen Bühnenmonolog, eine Geschichte über einen Nachtclub-Rausschmeißer, der zu einem Museumswärter wird und, in einem psychologisch äußerst spannend aufbereiteten Ablauf, ein umstrittenes Bild zu lieben und zu vertei- digen beginnt. Das Publikum, gleichermaßen Theater- und Muse- umsbesucher wird spielerisch aufgefordert, sich mit dem Darsteller in verschiedene Räumlichkeiten, gleich einer Museumsführung, zu begeben und über den Begriff Kunst nachzudenken und seine eigenen Definitionen dafür zu ergründen …

Inhalt:

NippleJesus heißt das Kunstwerk, das David, ein ehemaliger Raus- schmeißer eines Clubs, bewachen soll. Es ist mit Abstand betrachtet eine ganz normale Abbildung eines Kruzifixes – aus der Nähe eine Collage, zusammengesetzt aus Brustwarzen, herausgeschnitten

aus Pornoheften. Für David ein schwieriger Job. Nach persönlicher Begegnung mit der Künstlerin, verteidigt er jedoch ihr skandalöses Kunstwerk. „Mir ist scheißegal, ob das Kunst ist, Hauptsache, dass es nicht langweilig ist, unser Museum.“ Er wird zum Anwalt sowohl gegen das Vorurteil seiner eigenen Frau, als auch gegen die Hetz- kampagne von Politik, Medien und religiösen Fundamentalisten.

„Man muss gar nicht rausfinden, was man selbst denkt. Man muss nur darauf achten, was andere Leute denken.“

 

Team:

Regie: Hubert Dragaschnig Schauspiel: Günter Baumann Licht: Markus Holdermann Videoinstallationen: Renate Djukic

Spieltermine: 27.4., 19 Uhr und 21 Uhr sowie 28.4. und 20 Uhr

 

 

 

Ein Stück bester Ort

…..URT von Andreas Staudinger

Über das Aktionstheater und zum Stück:

„URT“ ist in absurd komisches, musikalisch – theatrales Bühnener- eignis über Sprachgrenzen, Ortstafeln verrücken und andere Stam- mesrituale, ein Versuch, Kärntens germanische Urgeschichte durch Archäologen einer slowenische Mehrheitsgesellschaft ausgraben zu lassen und Deutsch als schwer entzifferbare Fremdsprache auf merkwürdigen „Ortstafeln“ zu entdecken.

„Dort wo die Sprache stockt und zum Gestammel wird, zur Leer- formel gerät, wird es spannend. Urt ist daher eine musikalisch

– theatralische Farce, gültig über jegliche Ortstafeln hinweg.“ Regisseur Martin Gruber

Inhalt:

Der Wissenschafter Alpha dringt bei seinen Forschungen in das Sperrgebiet eines „ausgegrenzten Landes“ ein und macht am Strand sensationelle Entdeckungen. Neben merkwürdigen Ortsta- feln (URT kann er gerade noch entziffern), entdeckt er ein lange für ausgestorben geglaubtes Volk. Aus der Ferne beobachtet er die Mitglieder des Stammes – „Urter“ nennt unser Wissenschaf- ter in Unkenntnis der wirklichen Lage die Gefundenen. Fasziniert betrachtet unser Wissenschafter die musizierenden und singenden Untersuchungsobjekte. Es stinkt im geschlossenen Lebensraum der letzten Abwehrkämpfer. Im Eifer des Ausgrenzungsgefechts haben sich die Bewohner selbst eingegrenzt. Dass sich die Welt längst rundum weiter gedreht hat will hier niemand wahrnehmen („Ma is des fein, ma is des fein, ma is des fein, ma is des fein“). Selbst- zweifel werden einfach verdrängt und im kindlichen Selbstbetrug täuscht sich der Stamm mit gequälter Fröhlichkeit über seine eige- ne Unsicherheit hinweg ( „A mogs nit du a a por Kasnudalan? Wenn die Berg seind hoch genug, bleibt es schen!“) In Wahrheit fürchten sie sich aber vor der Berührung mit dem Neuen („mir lossnd kane schiachn Leit eina zu uns“) – und hier setzt das aktionstheater ensemble an.

Team:

Regie: Martin Gruber Text: Andreas Staudinger Musik: Martin Kratochwil Lieder / Arrangement: Florian Kovacic und Tini Trampler Bühne / Video: Martin Platzgummer Dramaturgie: Martin Ojster Alpha: Christian Reiner Ongstschas: Maximilian Achatz Sonnenbraune Mehrheit: Roswitha Soukup Yurgutmensch: Tini Trampler Yurgo: Florian Kovacic Letzter Abwehrkrämpfer: Tone Fink ́s Katze Kriemschild TV: Maximilian Achatz

 

Spieltermine: 2.5. sowie 4.5., jeweils 20 Uhr

 

 

 

Ein Stück beste Stadt

 

DIE ARLAND MYSTERIES

 

wir wohnen zwischen Paranoia und Hysterie

Theater im Bahnhof, Graz

 

Über das Theater im Bahnhof und das Stück:

Für das „Theater im Bahnhof „ ist die Stadt Graz – gefiltert oder ungefiltert, objektiv oder subjektiv – immer wieder Nährboden für die künstlerische Produktion. „Über die Beobachtung unserer unmittelbaren Umgebung nähern wir uns allgemeinen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Das Entwickeln einer lokalen Dramaturgie für eine Produktion, die sich vom Mainstream abhebt und dennoch populär sein kann, ist der Ausgangspunkt für dieses Projekt. Alltagsbeobachtungen geraten in Konfrontation mit einem Stil, einer Form, einem Genre. Ausgehend von den Arland Gründen und ihrer BewohnerInnen entwickeln wir eine fiktive Erzählung, eine TiB-Myste- ry-Version zum Thema Furcht und Schrecken in unserer Stadt.“

Inhalt:

„Die ARLAND GRÜNDE sind als lokale Quelle der Ausgangspunkt für unse- re Arbeit, diese auf den Trümmern der Papierfabrik Arland entstandene Siedlung dient als Inspiration. Topografisch am Rande der Stadt Grazmitten in einer Shopping Mall, aber direkt am Mururfer (Idylle, “Lebensqualität”), soziologisch eine Durchmischung vieler Milieus und Kulturen, gesell- schaftspolitisch ein Ort der Prekarisierung und Verarmung, der Fluktuation und eines neuen Heimatgefühles. Das Genre „Mystery“ wurde als Plot

über die Ausgangssituation gelegt. Im Zentrum steht die vorerst alltäg- liche Familiensituation einer Alleinerzieherin mit drei Kindern und vielen Jobs, man sieht ihren Kampf ums überleben. Die Kinder haben paranormale Fähigkeiten, in ihrer Umgebung kommt es immer wieder zu mysteriösen Vorfällen, Menschen verschwinden in der Mur oder sterben eines nach außen hin natürlichen Todes. Auf diese, für die Familie zum Alltag gewordene Situation, trifft ein Ermittlerpaar, das die mysteriösen Phänomene rund um die Familie aufklären soll.

Immer mehr werden die beiden in die Familie hineingezogen und in die Situation verstrickt, alle Protagonisten kämpfen in zugespitzte Weise ums überleben.“ TiB

Team:

Regie: Helmut Köpping Bühne: Maria Gruber Produktionsleitung: Monika Klengel Mit: Beatrix Brunschko, Juliette Eröd, Eva Maria Hofer, Lorenz Kabas, Mathias Ohner, Martina Zinner und Gästen

Spieltermine: 18.5. sowie 19.5. jeweils 20 Uhr

 

Ein Stück bester Untergrund

 

UNTERGRUND

VANJA 1 nach Cechovs Onkel Wanja

Theater Tanto, Wien

Toxic Dreams, Wien

Über das Theater Tanto:

„Musik und Musikalität haben in unserer Theaterarbeit eine fundamentale Bedeutung. Sämtliche Inszenierungen setzen eine Auseinandersetzung mit dem musikalischen Körper an sich voraus. Rhythmus – innerer und äußerer Rhythmus – ist Basis für strukturierte Formen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage, welche künstlerischen Möglich- keiten es gibt, instrumental zu „tanzen“ und „tanzend ein Instrument“ zu spielen und dabei Theater zu machen, ist entscheidend und ermöglicht die unmittelbare und sinnliche Erfahrbarkeit des von uns erarbeiteten doku- mentarisch-gesellschaftsanalytischen Kontextes.“

Die Produktionen von THEATER TANTO erhielten internationale Auszeich- nungen und wurden weltweit auf Festivals und Tourneen aufgeführt: in West- und Osteuropa, USA, Südamerika, Asien, Afrika.

Inhalt:

Soziologische und kulturwissenschaftliche Texte, sowie Haruki Murakamis Interviews mit Opfern und Tätern des Giftgasanschlags der Aum-Sekte auf die Tokioter U-Bahn 1995, bildeten den Ausgangspunkt der Produktion: Am Montag, dem 20. März 1995, werden zur morgendlichen Hauptverkehrs- zeit in 5 Tokioter U-Bahn-Zügen in Zeitungspapier eingewickelte Kunst- stoffbeutel deponiert, die das Nervengift Sarin enthalten. Unmittelbar vor dem Aussteigen bohren die Täter mit Regenschirmen Löcher in die Beutel, um das flüssige Sarin freizusetzen. Die austretenden Dämpfe verbreiten sich in 15 U-Bahn-Stationen. Die ersten Notrufe gingen bei den Sicherheits- behörden um 08:17 Uhr ein. Erst um 09:27 wurde der letzte sarinverseuchte Zug aus dem Verkehr gezogen. Durch den Anschlag starben insgesamt

12 Menschen, und es gab über 5.500 Verletzte, viele davon schwer. Alle 5 ausführenden Attentäter sind Absolventen einer der japanischen Elite-Universitäten, Naturwissenschaftler und Mitglieder der Führungs- spitze von Aum, unter ihnen auch der ehemalige Chefarzt für Herzchirurgie der Keio-Universitätsaklinik in Tokio. Nach dem Anschlag geht die Polizei schließlich massiv gegen die Aum-Sekte vor und verhaftet zahlreiche Mitglieder.

Team:

Ensemble: Anne Frütel, Jan Tabaka, Susanna Tabaka-Pillhofer, Anne Wiederhold Idee, Regie und musikalische Leitung: Susanna Tabaka-Pillhofer Künstlerische Mitarbeit, Licht: Ole Georg Graf Bühnenbild/Realisation: Maren Greinke

Spieltermine: 15.5. sowie 16.5. um 20 Uhr

Über die Gruppe Toxic dreams und zum Stück:

Vanja 1 ist die erste von insgesamt drei Inszenierungen, die sich am Beispiel von Anton Cechovs Onkel Vanja mit dem Realismus auseinandersetzen und nach einer zeitgenössischen Theatersprache dafür suchen will, die mit unserer Realität heute und hier zu tun hat.

„Zentrales Anliegen dieses Langzeitprojekts ist die Untersuchung des Realismus als Stil sowie dessen langen und andauernden Einflusses auf das Theater unserer Zeit.“ Yosi Wanunu

Inhalt:

„Im Mai dieses Jahres unternahmen wir eine filmische Reise an die Entste- hungs- und Aufführungsorte von Onkel Vanja in Moskau und Melikhovo und versetzten das realistische Stück in die heutige russische Realität, so wie sie sich uns zeigte. Wir filmten unsere Schauspielerin inmitten der Bäume in Cechovs Landgut in Melikhovo, Astrovs Text über den Wald und die Zukunft der Menschen rezitierend, auf der Bühne des MXAT (Moskauer Künstlertheater) erzählte sie uns von Vanjas Lebensüberdruss, wir ließen Sonja in Cechovs Wohnzimmer von ihrer hoffnungsvollen Hoff- nungslosigkeit sprechen u.v.m. Parallel dazu führten wir Videointerviews mit TheatermacherInnen und Cechov ExpertInnen und drehten Textdemons- trationen mit SchauspielerInnen vor Ort.

Zurück in Österreich, ergänzten wir das Footage aus Russland mit Aufnahmen aus der Lebenswirklichkeit der Projektbeteiligten und mit Referenzmaterialien. In einem Editierprozess setzten wir die Einzelteile zu einem filmischen Puzzle zusammen. Das Zusammenwirken von Wirklichkeit und bewußt eingesetzter Künstlichkeit ist dabei Leitmotiv.“ Toxic dreams

Team:

Es spielt: Alexandra Sommerfeld Videocast: Boris Yuchananov, Kirill Serebrennikov, Marina Davydova, Maksim Matveev, Internationales Čechov Laboratorium, Viktor Goultchenko, Tatjana Shakh-Azizova, Vladimir Orenov, Nikolai Burlyayev, Mikhail Ugarov, Ksenya Chajkovskaya, Andreas Schneider, Alexandra Sommerfeld u.a. Video: Yosi Wanunu und Michael Strohmann Text: Anton Čechov, Konstantin Stanislavskij, Yosi Wanunu Übersetzung und Reiseleitung Russland: Wolfgang Weitlaner Regie und Bühne: Yosi Wanunu Entwickelt von Sommerfeld/Strohmann/Wanunu

Spieltermine: 7.5. und 8.5. jeweils 20 Uhr

 

 


Ein Stück beste Tragödie

 

Kassandra – КАСАНДРА laments of the balkans

dramagraz, Graz

Über das dramaGraz und zum Stück:

„dramagraz möchte sich als ein gesamteuropäisches Theater positionieren, das den verschie- denen länderspezifischen Theaterformen Rechnung tragen und sich von der Sprachen- und Ausdrucksvielfalt inspirieren und befruchten lassen möchte, in kontinuierlicher Arbeit über Landesgrenzen hinweg: Theater als Orientierung und Öffnung mit dem Ausgangspunkt in der griechischen Antike und in einem interkulturellen Bewusstsein, das einen Gegenpol bildet zur rein genuss- und profitorientierten Massenkultur.“ dramagraz

Inhalt:

Die Interpretin des Klagelieds für 23 Verstorbene ist Kassandra. In der griechischen Mytho- logie ist sie Tochter des Priamos und der Hekabe. Da Kassandra die Liebe des Apollon nicht erwiderte, erhielt sie von ihm zwar die Gabe der Weissagung, aber mit dem Zusatz, damit nie Glauben zu finden.

Die Sängerin und Schauspielerin Nataša Mirkovic-DeRo wurde in Sarajewo geboren und beschäftigt sich seit Jahren mit altem Liedgut aus Mazedonien, Albanien, Serbien und Bosnien. Die Totenbräuche der walachischen Bevölkerung haben ihren Ursprung im vorchristlichen Glau- ben an ein Jenseits, das man nur erreicht, wenn man einen Wasserlauf überquert. Im Gegensatz zum „Styx“ der Alten kann dieser Fluss nicht mit einem Boot überquert werden, sondern nur mit einem Baumstamm. Wenn der Verstorbene viele Sünden begangen hat, riskiert er, ins Wasser zu fallen. Durchs Wasser erreicht er die untere Welt, wo es sehr trocken und dunkel ist. Einen vorbeugenden Effekt haben die sehr oft den Verstorbenen persönlich gewidmeten Klagelieder, die sie vorm Sturz ins Wasser bewahren und wie ein guter Wunsch auf ihrem Weg über das Wasser begleiten sollen.

Team:

Liedbearbeitungen Nataša Mirkovic-DeRo Klagelieder-paraphrasen und übersetzung: Ernst M. Binder Kassandra Nataša Mirkovic-DeRo Drehleier Matthias Loibner Inszenierung Ernst M. Binder Totentanz-bilder Claudia Paulin Bühne Carlos Schiffmann Einrichtung Geari Schreilechner Assistenz Katrin Scheicher

Spieltermine: 10.5. sowie 11.5. jeweils 20 Uhr

 

Ein Stück bester Krieg

 

NO MAN’S LAND von Daniel Tanovic

daskunst, Wien

Über die Gruppe daskunst und zum Stück:

„Wir „daskunstler” kommen nicht umhin uns zu fragen, wie wir es erreichen können, ein gemeinsames Leben multinationaler Art, mit Gruppen unterschiedlichster kultureller Hintergründe, unterschied- lichen Sprachen, in Wien und Österreich besser zu ermöglichen.

Für uns ist Multinationaliät eine Tatsache, welche wir in unseren Stü- cken auch genau so behandeln wollen. Die sprachlichen und kulturellen Unterschiede unseres Ensembles werden bewusst bedient und direkt in die Handlung eingebunden. daskunst

Inhalt:

Die Inszenierung beginnt mit einer/ der Leinwand: davor ein Mädchen. Es möchte gerade ein Kriegsspiel starten, als es zum Essen gerufen wird. Aus dem Hintergrund hört man ebenfalls Kriegsgeräusche – jedoch „reale“ aus den TV – Nachrichten.

Das Kind verlässt den Raum, auf der Leinwand erschient das Intro für das soeben eingelegte Kriegsspiel: „Bosnisch – Serbischer Krieg 1992“ – „Press the Button to start the Game!“ In dem Moment fällt die Leinwand und wir befinden uns mitten im bosnisch-serbischen Krieg and der Front. Im Schutz der Nacht macht sich die bosnische Front- verstärkung auf den Weg zum Schützengraben. Wegen dichtem Nebel müssen die Männer jedoch auf Tagesanbruch warten … Die Felder sind vermint und der Feind schläft nicht: Schutzlos sind die Bosnier dem Kugelhagel ausgesetzt. Nur Ciki kann sich angeschossen in einen verlassenen Schützengraben zwischen den Fronten – das No Man‘s Land – retten …

Spieltermine: 14.5. sowie 15.5. jeweils 20 Uhr

Team:

Regie: Aslı Kışlal Dramaturgie: Djana Čović, Aslı Kışlal Videoproduktion: Djana Čović Musik & Sound: Uwe A. Felchle Bühnendesign: Bernhard Mrak militärische Beratung: Oktay Güneş, Matthias Lenhard, Mustafa Nadarevic Regieassistenz: Carolin Vikoler PR: Eylem Gülcem Produktion: Anna Steger Grafik: Bernhard Mrak Lichtregie: Stefan Enderle Technik: Michael Winkler SchauspielerInnen: Oktay Güneş, Erdoğan Yildiz, Bernhard Mrak, Alek Duckinoski, Valentin Alfery, Alev Irmak, Ulrike Hübl Soldaten: Radosvljević Vinetu, Mika Miodrag Video clip: Phunkmafia

 

FINNWORKS

Die Künstler Gerhard Fillei und Joachim Krenn widmen sich mit ihrer „Besser als wir – Installation“, welche den ganzen Festivalzeitraum in und um die neuebu- ehnevillach zu begehen und zu be-greifen sein wird, spielerisch dem Thema „Besser sein“ und werfen mit ihren Installationen einige Fragen auf.