ARBEITEN AM MOMENT // EIN WORKSHOP MIT MARTIN GRUBER

Martin Gruber gibt Einblick in seine Arbeitsweise des Textfindungsprozesses und der körperlichen Anbindung an die Sprache. Bei seiner entwickelten Methodik des „aktions”-theater ist es die Essenz des Erzählerischen, die sich in den Körpern der Darsteller, aber vor allem auch jenen der Zuschauer festsetzt: Erzählt wird mit Körper durch Sprache, und nicht umgekehrt. Was hier passiert ist ein diametraler Gegensatz von Sprechen und Handeln: Die Figuren beim Aktionstheater sprechen nicht, um zu überleben (wie bei Jelinek), sie überleben, damit sie sprechen – als einzige Verbindung zur Welt da draußen, die so viel abverlangt; und dabei hört doch niemand einander zu, weil sowieso jeder anders tickt. Sie sprechen unbändig, weil sie zu – und vor allem über sich selbst sprechen wollen.

MI 5. Juli 2017, 17 Uhr